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  • Am dritten Tag stand nur ein Spiel auf unserem Zettel.
    Baaaah schon wieder früh aufstehen. Daran werde ich mich nie gewöhnen. Immernoch mit Schlaf in den Augen stehe ich zusammen mit Wyqer am Bahnhof. Auf geht's zur Gamescom. Der Zugführer hat den Humor seines gestrigen Kollegen leider nicht übernommen. Nur die Standardansagen heute.
    Der Zug kommt an und wir treiben mit dem Strom von Menschen durch die Taschenkontrolle und hinein in den Eingang Halle 11. Vor einer Zwischenabsperrung müssen wir halten. (Die sind dazu da, dass nicht alle komplett sich vor den Drehkreuzen hin quetschen). Fix die Stühle aufgeklappt und dann warten auf den Einlass.
    Nach 10 Minuten bewegt sich, aus einem immer noch unbekannten Grund, ein Teil der Schlange, die links von uns steht. Plötzlich Herdenpanik. Verzweifelte Jugendliche rennen, um ja weit vorne in der Schlange stehen zu können.
    Wirklich weit kommen sie nicht. Ist ja auch noch nicht offen. Als wir schon anfangen wollen mit unserer Doktorarbeit über das menschliche Herdenverhalten - Titel: "Warum Kühe in ihren Herden sich anständiger benehmen, als Menschen in großen Schlangen" - ist es dann auch endlich 10 Uhr und die Drehkreuze gehen auf. Wieder bricht Panik aus. Der Weg von unserer Absperrung zu den eigentlichen Drehkreuzen wird von Sicherheitspersonal beaufsichtigt. Überall erschallen ihre Rufe: "NICHT RENNEN!". Vier Jungs wollen trotzdem nicht hören. Und werden wieder ans Ende der Schlange geschickt. Ha! Ich muss zugeben, ich habe mich ein wenig gefreut.
    Kurz nach 10 sind wir dann auch an der "Ich scanne dein Ticket"-Dame vorbei und wandern zu Halle 7, nicht ohne ein paar "Wir bleiben mitten im Weg und auf Treppenabsätzen einfach stehen"-Besucher anzurempeln, öfters auch nicht unbeabsichtigt. Unser heutiges Ziel ist Detroit: Become Human.
    Am Stand angekommen klappen wir sofort wieder die Stühle aus. Das Schild "Ab hier 3 Stunden Wartezeit" ist noch nicht in Sicht, soweit hinten sind wir. Aber da wir ja keinen Stress haben, nehmen wir die Warterei in Kauf. Kurz darauf kommt die Security und markiert mit Klebeband den dazugekommenen Wartebereich. Hinter den beiden Damen, die sich nach uns angestellt haben, wird ein Schild aufgestellt: "Ab hier bitte nicht mehr anstellen". Der Sony-Mitarbeiter brabbelt irgendwas von: "... kommt ihr heute gar nicht mehr dran". Das macht doch Hoffnung!
    Nach knapp 3 Stunden Stop'n'Go sind wir dann doch schneller an der Reihe als erwartet. Hindurch durch den Lederstreifenvorhang und hinein ins Detroit im Jahre 2038.




    In dem neo-noir Thriller gibt es gleich drei Hauptcharaktere: Kara, Connor und Markus. Alle drei sind Androiden, besitzen keine Rechte und werden wie Objekte behandelt. Bis die Androiden rebellieren. In der Gamescom Demo spielen wir Connor. Einen Detective, der sich um einen außer Kontrolle geratenen Androiden kümmern muss, der ein kleines Mädchen als Geisel genommen hat. Dabei können wir uns entscheiden, ob wir zuerst den Tatort genauer untersuchen oder direkt mit dem Geiselnehmer sprechen wollen. Dabei haben wir immer eine Anzeige im Blick, die uns sagt, wie hoch die Chance ist, das Mädchen zu retten. Eine genaue Untersuchung der Lage ist also von Vorteil. Ich untersuche die beiden vorhandenen Leichen und kann mit meinen Androiden-Kräften den Tathergang rekonstruieren. Auch ein Motiv für die Tat findet sich. Viele Hinweise, um das Vertrauen des Androiden zu gewinnen. Und so schaffe ich es mit viel gutem Zureden tatsächlich, das Mädchen zu retten. Der Aufständige wird allerdings von den Scharfschützen ausgeschaltet.


    Bei Kollege Wyqer lief es nicht ganz so gut. Er konnte zwar das Mädchen retten, ist aber selbst zusammen mit dem Geiselnehmer vom Dach gestürzt. Doch der Tod eines Hauptcharakters bedeutet noch lange nicht das Ende des Spiels. Die Story geht weiter und der Spieler muss sehen, dass er mit den verbleibenden Protagonisten weiter kommt. Entwickelt wird das ganze übrigens von Quantic Dream, die auch für Heavy Rain und Beyond Two Souls verantwortlich sind. Es wird also wieder eine Art "spielbarer Film" (also ein Spiel-Film .... hahaha.... nicht lustig?)Grafisch sieht das Spiel schick aus. Die Kameraführung ist gewöhnungsbedürftig, da man sich nicht mit dem rechten Stick frei umsehen kann. Trotzdem ein tolles Spiel, bei dem es sich lohnt, 3 Stunden anzustehen. "Spielenswert"

    Nach der langen Warterei gönnen wir uns dann eine Kleinigkeit zu essen. Anschließend statten wir noch der Retro-Area einen Besuch ab. Der Bereich hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich vergrößert. Dort treffen wir auf die Wurzel aller Viedeospiele: Pong. Ein Nachbau des damaligen ursprünglichen Aufbaus des Spiels. Im Vergleich: heute wäre das Spiel wahrscheinlich nur einige MB groß.


    Und dann geht's auch schon wieder in Richtung Bahnhof. Bis morgen, wenn wir zum letzten Mal für dieses Jahr die heiligen Hallen betreten werden.

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Comments 1

  • Dobermann -

    Wow, nur ein Spiel und den Retro-Bereich angesehen? Das ist ja echt nicht viel. 3 Stunden Wartezeit. Aua und autsch! Aber schöner Bericht. Und "Spiel-Film" ist witzig. :D Wiederum aber schade, wenn es "nur" ein Spiel-Film wird.